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Ein Erlebnisbericht aus Uganda und Ruanda

Globotrek

Von den Mondbergen zu den Quellen des Nils - von Caroline Doka

Die Reiseleiterin und freischaffende Journalistin Caroline Doka gewann 2016 einen Förderpreis für die beste Reisereportagen-Idee. Zur Verwirklichung dieser Reise, die u.a. zu den Quellen des Nils in Ruanda führte, setzte sich Caroline mit dem Trekkingreisen-Spezialist Globotrek in Verbindung. Lesen Sie hier ihren eindrücklichen Bericht:

 

Von den Mondbergen zu den Quellen des Nils

von Caroline Doka

Auf der Reise von den Mondbergen in Uganda zu den Quellen des Nils in Ruanda reihen sich die Highlights des Rift Valleys wie Perlen aneinander. Perlen von unglaublicher Schönheit, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unsere Reise im Herzen Afrikas beginnt in den sagenumwobenen Mondbergen, auch Ruwenzori-Gebirge genannt, dem einsamsten, wildesten und faszinierendsten Gebirge des schwarzen Kontinents. Fünftausend Meter ragen die mit Eis und Schnee bedeckten Gipfel zum Himmel auf, doch meist sind sie in Wolken gehüllt. So marschierte einst der berühmte Afrikaforscher Livingstone auf einer Expedition an ihnen vorbei, weil er sie schlicht nicht sah.


Unser 4-tägiges Trekking auf dem Kilembe-Trail im Ruwenzori Nationalpark, bei dem wir in Holzhütten übernachten und von einheimischen Bergführern und Trägern aufs königlichste bekocht werden, ist kein Sonntagspaziergang. Jeden Meter in dieser grünen Einsamkeit fernab der Zivilisation müssen wir uns erobern. Wir wandern in Gummistiefeln, die wir bald nicht mehr hergeben würden, durch dichte Bergnebelwälder und Sumpflandschaften, springen von Grasbüschel zu Grasbüschel, waten durch Bäche, balancieren über Holzstege und Hängebrücken, kraxeln mühselig sehr rutschige Bergflanken hinauf, zwei Schritte vor, einen zurück – viele Stunden lang, jeden Tag. Doch wir werden für die Mühen mit einer Szenerie wie im Märchen belohnt: Knorrige Bäume, zottige Bartflechten, gigantische Farne, dicke Moose, prächtige Orchideen, ganze Wälder von Riesensenezien und -lobelien, wir fühlen uns wie Alice im Wunderland und können uns kaum sattsehen an dieser grünen Pracht. Bei Nebel wirkt die Szenerie seltsam bizarr. Dann lachen unsere Bergführer und nennen uns «muzungus in the mist» – Weisse im Nebel.

«Sein Blick geht direkt in die Seele»


Später gönnen wir uns am Fusse des Ruwenzori-Gebirges in einer zauberhaften Lodge im Queen Elisabeth Nationalpark Erholung. In der Savanne tauchen wir in die reiche Tierwelt Afrikas ein. Bei einer Bootsafari auf dem Kazinga Kanal erspähen wir am Ufer dicht an dicht Nilpferde, Krokodile, Büffel, Elefanten und Wasservögel. Wir spüren auf einer abenteuerlichen Naturwanderung Schimpansen auf, und während wir auf einer Safari nach Baumlöwen suchen, die sich auf den mächtigen Feigenbäumen von der nächtlichen Jagd erholen, gleitet geschmeidig ein Leopard vom Baum. Nach einem romantischen Dinner unter dem Sternenhimmel Afrikas liegen wir in unseren Betten in der Banda und hören Nilpferde grunzen, die auf dem Gelände grasen – so nah, dass uns das Herz bis zum Halse schlägt. Das Berührendste jedoch ist die Begegnung mit den vom Aussterben bedrohten Berggorillas im Bwindi Bergregenwald im Südwesten Ugandas. Nach Stunden, die wir dem Ranger im steilen Dschungel hinterher stapfen, hockt plötzlich zum Greifen nah ein gewaltiger Silberrücken im Dickicht. In der Baumkrone gibt ein Gorillaweibchen ihrem Baby die Brust, am Geäst turnt ein Junges. Der Familienvater stopft bedächtig Blätter in sich hinein und betrachtet uns. Sein Blick geht direkt in die Seele. Andächtig geniessen wir jeden Moment dieses unvergesslichen Naheseins mit unseren nächsten Verwandten. 

Doch was wäre Afrika ohne seine Menschen! Da wir in Ruanda, anders als in Uganda, auch ausserhalb der Nationalparks unterwegs sind, begegnen wir ihnen in Dörfern und auf unserer Wanderung am malerischen Kivusee. Sie schieben Fahrräder mit hoch aufgetürmten Lasten, balancieren Waren auf dem Kopf, bestellen die Felder, werkeln vor ihren Hütten, flicken auf ihren hölzernen Booten Fischernetze und winken uns zu. Von überall laufen Kinder herbei, rufen aufgeregt «Muzungu, Muzungu» – Weisse, Weisse! – und tippeln kichernd hinter uns her.

Am südlichen Ende des Kivusees liegt unsere letzte Station auf der Reise am Rift Valley, der Nyungwe Nationalpark. Wir wollen die geheimnisvollen Nilquellen finden, die sich im dichten Bergregenwald verstecken. Einst waren Expeditionen ausgezogen, das Geheimnis um die Nilquellen im dunklen Herzen Afrikas zu lüften. Sie kämpften sich Meter um Meter durch undurchdringlichen Urwald.


«Als hätten wir sie eben selbst entdeckt»


Wie einfach haben wir es doch heute, begleitet von einem Guide auf gut ausgebauten Pfaden bequem durch den Dschungel zu wandern. Und doch, wie wir an den Quellen stehen ist uns fast so als hätten wir sie eben selbst entdeckt; die 1898 vom Deutschen Afrikaforscher und Gründer von Ruandas Hauptstadt Kigali, Richard Kandt, gefundene Quelle genau so wie jene erst kürzlich entdeckte, am weitesten von der Mündung entfernte Quelle. Wir lauschen andächtig dem leisen Plätschern des Wassers. Als Rinnsal fliesst es von dannen, vereinigt sich unterwegs mit unzähligen Flüssen, auch mit jenen des Ruwenzoris, sammelt sich im Victoriasee und fliesst von dort weiter, als mächtiger Strom Nil über tausende von Kilometern durch Afrika dem Meer entgegen.

 

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